Guten Tag. Bitte stelle dich den Lesern ein wenig vor. Wie alt bist du und von woher kommst du? Verrate uns doch bitte etwas über deinen Tagesablauf. Was treibst du so den ganzen Tag?
Mein Name ist Jan Tißler, ich bin 36 Jahre alt und komme ursprünglich
aus Hamburg. Ich arbeite seit inzwischen einigen Jahren als Journalist
und das überwiegend und sehr gern online. Bei yeebase media in
Hannover bin ich für die Inhalte unserer Website t3n.de zuständig.
Unser Hauptprodukt ist das gedruckte t3n Magazin, das alle drei Monate
erscheint und sich um Web 2.0, E-Business & Open Source dreht. Unsere
Website ist eine Ergänzung dazu und entwickelt sich immer mehr zum
eigenen Produkt und zum zweiten Standbein des Verlags.
Manches auf t3n.de schreibe ich selbst, vieles organisiere und
verteile ich. Das Ganze ist mein Hauptberuf und passiert Vollzeit. Ich
bin also den ganzen Tag online und auf der Suche nach spannenden
Themen, Menschen und Projekten, über die wir berichten wollen. Darüber
hinaus geht es auch immer darum, wie sich unsere Website
weiterentwickeln könnte – und sollte.
Und wenn ich abends zu Hause bin, habe ich vom Internet und dem
Schreiben oft noch immer nicht genug und mache privat weiter…
Welche/n Blog/s betreibst du und wie lange betreibst du diese/n schon?
Die Nr. 1 ist ganz klar t3n.de. Das Ganze habe nicht ich aus der Taufe
gehoben, sondern die drei Gründer Jan Christe, Martin Herr und Andreas
Lenz. Ich bin seit Sommer 2008 dabei. Daneben gibt es mein privates
Projekt UPLOAD Magazin (upload-magazin.de, gestartet 2006), zu dem
auch ein Blog gehört. Außerdem habe ich ein Posterous-Blog unter
jati.posterous.com. Hier blogge ich seit ein paar Wochen wieder
privat, was ich davor schon lange nicht mehr gemacht hatte.
Wieso betreibst du diese/n Blog/s? Was verbindet dich damit?
t3n.de ist das mit Abstand größte Projekt und geht ja weit über ein
Blog hinaus. Dahinter steht ein ganzes Team und es gibt haufenweise
tolle Ideen, wie sich das alles weiterentwickeln kann.
UPLOAD ist eine private Leidenschaft von mir. Hier habe ich eine
Plattform, auf der ich viele Dinge ausprobieren kann. So gibt es neben
dem Blog auch einen Audio-Podcast und eigentlich auch ein PDF-Magazin
- das leider aus verschiedenen Gründen schon lange nicht mehr
erschienen ist.
Wie hat das alles deinerzeit angefangen, mit deinen ersten Gehversuchen im World Wide Web?
Meine erste bewusste Begegnung mit dem WWW war wohl 1997. Ich kann
mich jedenfalls noch gut erinnern, dass damals die Bilder des Mars-
Rovers Sojourner im Internet veröffentlicht wurden. Als Astronomie-Fan
aus Kindheitstagen war das unglaublich phantastisch. Einen
Internetzugang hatte ich damals noch nicht, die waren ja kaum
bezahlbar. Ich war aber zu dem Zeitpunkt gelegentlich im Rechenzentrum
der Uni Hamburg und konnte es mir da ansehen.
Das private Blog auf Posterous wiederum brauche ich als Ventil für
alle Dinge, die mir auffallen, die mir begegnen, die ich sehe, ohne
dass sie zu t3n oder UPLOAD passen würden. Hier kann also alles und
nichts passieren. Im Grunde ist es am ehesten ein klassisches Blog.
Mein Glück war, dass ich damals Volontär bei eben jener Zeitung wurde,
die als erste deutsche Tageszeitung im Internet war – und die
ansonsten keiner kennt: die Schweriner Volkszeitung. Das ist eine
typische Lokalzeitung, die in Westmecklenburg erscheint. Sie gehörte
damals zum Burda-Verlag und Hubert Burda war zu dem Zeitpunkt noch ein
großer Fan des Internets. Bald hatte unsere Lokalredaktion
Internetzugang. Tja und dann gab eins das andere.
Wurden dir schon oft Steine in den Weg gelegt, zwecks negativem Feedback, Spam, Terror via E-Mail oder Telefon?
Nein, das kann ich nicht behaupten. Mit Leuten, die mich auf meiner
Seite in den Kommentaren beleidigen, mache ich normalerweise kurzen
Prozess und lösche die Einträge kommentarlos. Aber das ist bislang
echt extrem selten vorgekommen.
Ich fand das Internet total spitze und dachte mir: Da musste was
machen. Und dann hab ich da was gemacht
Wie konntest du dich, immer wieder auf`s neue motivieren?
Es gibt immer wieder Phasen, in denen beispielsweise das Bloggen
weniger Spaß macht oder einfach viel zu wenig Zeit bleibt. Für mich
funktioniert es am Besten, solche Phasen einfach zuzulassen. Ich lasse
die in der Regel auch auf der Website oder im Podcast unkommentiert.
Denn mal ehrlich: In fünf Jahren fragt keiner mehr danach, ob es im
Sommer 2009 mal zwei Wochen lang keine Postings gab. Das gilt
natürlich nur für meine privaten Projekte. Bei t3n.de gibt es solche
Phasen nicht, da geben wir immer Gas
Wenn es droht, keinen Spaß mehr zu machen, sollte man meiner Meinung
nach sofort eingreifen. Ein simpler, aber für mich wichtiger Tipp: Die
Dinge verstärken, die gut funktionieren und die Dinge sein lassen, die
nicht gut funktionieren. Das kann auch bedeuten, dass man sein Blog
komplett umbaut, Rubriken wegwirft, generell seltener oder kürzer
schreibt oder auch einfach etwas komplett Neues anfängt. Meine
Erfahrung: Je näher man an dem bleibt, was man gut kann, desto besser
läuft das alles und desto mehr Spaß hat man an der Sache.
Welche Erfolge konntest du bisher für dich verbuchen?
Bei yeebase zu arbeiten und am t3n Magazin und an t3n.de mitwirken zu
können, ist für mich eine große Sache. Für mich persönlich ist es ein
großer Erfolg, diesen Job zu haben.
Bei alldem gibt es eine Sache, die mich besonders motiviert: Durch das
Netz und seine Möglichkeiten kann ich mir heute viele Träume erfüllen,
die als Jugendlicher vor 20 Jahren komplett utopisch schienen. Ein
eigenes Magazin machen? Eine Radiosendung haben? Menschen aus aller
Welt kennen lernen? Das war praktisch ausgeschlossen oder jedenfalls
unerreichbar weit weg. Heute habe ich das alles. Und wenn das nicht
motivierend ist, dann weiß ich auch nicht.Als einen Erfolg verbuche ich auch UPLOAD. Ich habe darüber so
unglaublich viele nette und interessante Menschen kennen gelernt, dass
ich es kaum fassen kann. Die Seite ist vielleicht noch lange nicht da,
wo ich sie gern hätte, aber für mich persönlich hat sie schon viel
mehr eingebracht, als ich mir vor drei Jahren zu träumen gewagt hätte.
Welche/s Blogsystem/e nutzt du und warum genau diese/s?
Bei t3n.de läuft WordPress und bei upload-magazin.de WordPress MU.
WordPress kenne ich schon recht lange und finde mich dort gut zurecht.
Außerdem ist es ja unbestritten die Nummer 1, wenn es um das
Veröffentlichen und Verbreiten von Inhalten im Netz geht. WordPress MU
hat dabei den Vorteil, dass man beliebig viele Blogs unter einer
einzigen Installation betreiben kann. Das ist für UPLOAD sehr
praktisch, denn auch der Podcast läuft beispielsweise als WordPress-
Blog.
Stellen Plugins für dich einen wesentlichen Stellenwert dar oder kannst du auch gut ohne?
Plugins sind sehr wichtig und ich bin froh, dass es Plugin-Autoren
gibt. Der UPLOAD-Podcast wäre in dieser Form ansonsten gar nicht
denkbar. Dazu gibt es viele weitere nützliche Funktionen, die über
Plugins dazukommen. Für mich sind die auf jeden Fall sehr wesentlich.
Hast du Tipps parat, welche du den Lesern mit auf den Weg geben möchtest?
Ein paar habe ich ja oben schon ungefragt verbreitet.
Ansonsten
hoffe ich einfach, dass jeder Spaß an dem hat, was er im Internet
treibt und mehr auf sich selbst als auf andere hört.
Wie aktiv bloggst du? (durchschnittliche Stundenanzahl pro Woche bitte)
Da ich es hauptberuflich tue, kommen da viele viele Stunden zusammen.
Ich kann es gar nicht beziffern. Jedenfalls bin ich praktisch meine
komplette Wachzeit online, auch an den Wochenenden. Und wenn es
irgendeine Chance gibt, dann schreibe ich was. Ich schreibe einfach
wahnsinnig gern
Anmerkung des Admins: http://upload-magazin.de
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Oktober 12th, 2010 on 11:32
[...] . 12.) Interview mit robertbasic.de . 13.) Interview mit Peer Wandiger von blogprojekt.de . 14.) Interview mit Jan Tißler von t3n.de und dem upload-magazin.de . 15.) Interview mit fontblog.de . . . Welches Interview hat euch bisher am besten [...]
März 14th, 2010 on 23:21
[...] . . . . . o Interview mit Upload Magazin + t3n.de: http://blogger-antworten.com/interviews/interview-mit-upload-magazin-de/ . . o Interview mit Blogprojekt.de: [...]
Oktober 19th, 2009 on 19:57
[...] der noch sehr jungen Seite ”Antworten für Blogger” gibt es ein Interview mit mir zu lesen, wo ich ein bisschen was über meine tägliche Arbeit erzähle, meine erste Begegnung mit dem [...]