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Interview mit servus-webdesign.at “Also WordPress ist unbeschreiblich geduldiger als Papier es je war!”

Name: Hans Biedermann
Alter: alt
Wohnort: Baden bei Wien
Beruf: Websklave
Interessen: Familie, Lesen, Jazz, Internet

Portfolie:
Deine bisherigen Meisterwerke:
http://servus-webdesign.at/beispiele-webdesign.htm
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1.) Erzähle uns doch bitte ein wenig über deine Tätigkeiten als Webdesigner. Wie kann man sich diesen Job vorstellen?
Zunächst würde ich mich nicht als Webdesigner bezeichnen, sondern eher als Webmaster. Und wie ist mein Job? Na ja, ich sitz von früh morgens bis spät abends vorm Computer. Unterbrochen am frühen Nachmittag von einem kurzen Einkaufsbummel, wo ich mir ein Glas Rotwein und paar “social contacts” genehmige und am Abend vom wohlverdienten Fernsehschlaf.

Manchmal muss ich dann am Abend scharf nachdenken, was ich den ganzen Tag gemacht habe. Gestern z.B. habe ich erst mal eine meiner ältesten Sites zum x-ten-mal generalüberholt. Dann hab ich ein paar Angebote geschrieben (1x SEO, 3x Ölbilder/Reproduktionen), hab mir die Seiten eines Kunden angeschaut und überlegt, was da zu machen wäre. Dann hab ich an dem Flash-Banner herumgespielt, das ich für die kommende Weihnachtskampagne brauche. Zum Abschluss hab ich noch ein paar Inserate verfasst mit der ich eine Werkstätte/Büro für mein jüngstes Projekt suche.
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2.) Welche Fähigkeiten sollte ein Webdesigner mit sich bringen, um am beinharten Markt zu bestehen? Die Konkurrenz ist ja, soweit mir bewußt ist, enorm und Programme wie Frontpage oder Dreamwaver, vereinfachen die Sache ja auch nicht?
Ich glaub das Wichtigste ist, dass einer, der in dem Geschäft überleben will, alles ein bisschen beherrschen muss. Ich rede jetzt natürlich nicht vom Angestellten in einer grossen Agentur, wo sich mehrere Spezialisten zusammen tun.

Sehr wichtig natürlich und für die meisten am schwierigsten, die Aquisition, ohne die es aber kaum geht. Dabei ehrlich bleiben und dem Kunden die Möglichkeiten und Probleme des Internets verständlich machen.

Die Konkurrenz ist heftig und was da alles schwadroniert wird ist unglaublich. Ich bin ja nur froh, dass ich mir keinen Webdesigner suchen muss, wenn ich, wie gerade jetzt, ein neues Projekt starte, weil ein Kunde hats ja auch nicht leicht heutzutage.

Früher bist in die Druckerei, oder in die Werbeagentur gegangen, da hast die Druckerpressen gehört und gerochen, oder hast das schöne neue Büro gesehen und die paar Angestellten, da hast dann einigermaßen gwusst woran du bist.

Aber heute? Da kommst auf eine Website und da siehst dann Formulierungen wie “Wir bieten Ihnen..”, “..unser Team von Spezialisten…”, “… wenden Sie sich an den Support..” und denkst Dir “Wow, tolle Firma!” Wer kann schon hinter die Fassade einer Website schauen? Da macht vielleicht ein Gymnasiast seine ersten Webschritte.
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3.) Was hältst du denn eigentlich von WordPress und Bloggern an sich? Sind sie eventuell manchen Webdesignern ein Dorn im Auge? Schließlich kann man via WordPress spielend einfach eine professionelle Webseite erstellen?
WordPress ist ein  gutes Programm, was damit gemacht wird ist aber zum größten Teil verzichtbarer Mist. Unglaublich, was da alles verzapft wird, durch das man sich als Leser durcharbeiten muss. Nein, “muss” man nicht, denn der Ausgang ist überall nur einen Klick weit weg.

Da war ich unlängst auf einem SEO-Blog, nennt sich irgendwie pompös “SEO-Kaiser” oder “-Guru”, stehen jede Menge abgeschriebene Binsenwahrheiten drauf und irgendwo hab ich dann einen Satz gefunden, sinngemäß so ähnlich wie “ich bin jetzt schon 6 Monate in SEO tätig, also ein Profi und wenn ich in ein paar Monaten die Matura geschafft habe, werde ich mich dem noch intensiver widmen” – kein Schmäh!

Oder die Site einer “Full-Service-Agentur”, welche seitenlag wohlformulierte Gemeinplätze von sich gibt und dann als Höhepunkt des Angebotes die “Anmeldung bei 2000 Suchmaschinen und Linklisten” um 499,- anbietet.

Also WordPress ist unbeschreiblich geduldiger als Papier es je war!
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4.) Wie gelangt man als Webdesigner denn eigentlich an seine Kunden? Welche Vorgehensweisen gibt es hier?
Wie jeder andere Gewerbetreibende zu seinen Kunden kommt, durch Werbung und Empfehlungen. Erst mal sollte das eigene Geschäftslokal (=Website) in Ordnung sein und sich nicht in einem Hinterhof (=Seite 23 bei Google) befinden. Und dann alles was einem einfallt und man sich leisten kann. Inserieren, mailen, telefonieren usw, usw.
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5.) Wie viele Euro ist denn nun eine Webseite wirklich Wert?
Das eine selbst programmierte Flash-Webseite mehr kosten würde, als eine reine Informationsseite, bestehend aus Html und Css, ist wohl schnell einem bewußt. :-)
Da war doch vor ein paar Jahren die Homepage-Affäre dieses feschen Finanzministers, die hat er sich um rund 200.000 Euro machen lassen als ein Extrembeispiel und auf der anderen Seite die Website eines Restaurants das ich kenne, die der Freund eines Neffen des Besitzers um 200 Euro hingeschustert hat.

Ich verlange für die Stunde, die ich für einen Kunden arbeite bescheidene 70 Euro, die ich manchmal auch bekomme. Wenn ich eine Website mit statischen HTML-Seiten mache, was ja kaum mehr vorkommt, dann brauche ich dafür 20 – 40 Stunden, also biete ich es um 1500 Euro an. Heutzutag biete ich einem Kunden nur mehr CMS an und verlange das selbe. Da ich aber genug mit meinen eigenen Seiten zu tun habe, kommt beides derzeit eher selten vor.
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6.) Wie erlangt man diese Fähigkeiten eigentlich, um als professioneller Webdesigner am Markt durchzugehen? Viele Firmen legen ja Wert auf einen themenrelevanten Abschluß.
Soweit ich weiß, erlernen sich die meisten Webdesigner ihre Fähigkeiten jedoch audididakt?
Wenn ein Webdesigner eine Website macht und dafür Bezahlung nicht nur verlangt sondern auch kriegt, dann ist er ein Profi und sein Werk ist “professionell”.

Ich wollte Mitte der Neunziger eine eigene Website für meine damalige Firma und weil mir das damals niemand richtig machen konnte, hab ich mir selbst eine gemacht. Später noch eine und wie ich dann gesehen habe wie schlecht die meisten ihre Seiten bauen, habe ich meine Dienste auch anderen angeboten. Tatsächlich habe ich auch ein paar gefunden, die mich dafür bezahlt haben. Im wesentlichen hab ich mir das selbst beigebracht, aber auch ein paar Kurse gemacht.
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7.) Wie denkst du, steht es um`s Netz? Immer mehr Firmen sind wohl daran interessiert, Werbung im Internet zu schalten und ebenso einen Firmen-Webauftritt ihr eigen nennen zu können?
Ich kenne viele Blogger, welche täglich zigtausende unique visits haben. Dennoch können sie bei weitem nicht davon leben. Es gibt einfach zu wenige Firmen, welche Interesse an einer Partnerschaft mit Bloggern haben.
Das Internet ist heute Bestandteil unseres (sicher meines) Lebens und wird es sicher bleiben. Wie im realen Leben gibts Licht und Schatten. 90% aller Websites sind von so schlechter Qualität, dass nur schnelle Flucht durch Wegklicken hilft. Aber immerhin ist es das, was im realen Leben nicht immer möglich ist.

Es gibt auch kaum noch eine Firma, die keine eigene Website hat, es geht jetzt darum die bestehenden zu verbessern.

Ja und Blogger? Da gibts sicher auch ein paar, deren Webseiten einen Besuch wert sind, aber die meisten sind so schwachsinnig, es ist zum Heulen. Und das es “viele” gibt die zigtausen Besucher täglich haben, wage ich zu bezweifeln. Ich habe zig Websites und ich weiß wie schwer es ist nur ein paar hundert Besucher am Tag zu bekommen.
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8.) Wie wichtig ist denn nun eigentlich ein valider Quellcode? Wenn man sich auf manchen Hammer-Keywords den Quellcode bestimmter Webseiten ansieht, stellt man schnell fest, dass ein valider Quellcode nicht so extrem wichtig sein kann, denn wieso sind dann Webseiten mit 500 Errors auf Rank 1 bei Google indexiert?
Ich finde validen Quellcode für den Web-Alltag völlig unwichtig. Ich habe grad die Homepage meiner Haupt-Website checken lassen: “95 erorrs und 22 warnings”! Dabei sind fast alles Fehler, die von Links auf dynamische Seiten, Einbindung von Flashs, JavaScripts und ähnlichen herrühren. Totaler Schwachsinn!! Und warum sollte sich Google daran stören?
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9.) SEO stellt ja ebenso einen wesentlichen Nutzen für die Kunden dar. Wie optimierst du auf SEO? Hast du hierbei Tipps oder Tricks parat?
Eine Website ohne SEO ist wie ein Auto ohne Motor. Viele reden davon, die wenigsten haben wirklich eine Ahnung.

Na klar hab ich jede Menge Tipps, einige findst hier http://seo-shop.at andere gebe ich nur gegen ein bescheidenes Honorar preis.

Einen hier aber gratis:
Wenn man die folgenden Begriffe bei Google sucht, bringt “Willkommen” 34,6 Millionen  Ergebnisse, “untitled document”14,5 Millionen und “Willkommen auf unserer Homepage” 4,5 Millionen Seiten, wobei diese Begriffe meistens im Titel-Tag zu finden sind.

Mein Tipp: Schreiben Sie in den Titel-Tag rein worums auf der Seite geht. Z.B. “Nasenringe, gebraucht und neu in Grammatneusiedl” und schon werden Sie gefunden wenn Sie gesucht werden.

Und Links braucht man und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links und Links…
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10.) Kanntest du http://blogger-antworten.com denn eigentlich schon? Was könnte ich verbessern?
Nein kannte ich nicht, sonst siehe Pkt.9./Absatz 2 :o]
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11.) Vielen Dank dir für das Interview. ;-)
Bitte gern!

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Über den Autor

Blogger, Webdesigner, SEO und dem Bereich Online Marketing an sich sehr angetan. Wir leben in einer Zeit, in welcher wir Zeugen werden, welche immensen Ausmaße das Internet annimmt und der Hype ist noch lange nicht vorbei. :-)

Kommentare 3

  1. Pingback

  2. Hehe, meiner auch, aber nur wenn ich ihn zusammen räume. ;-)

  3. hehe :-) Mein Arbeitsplatz genau gleich aus!

  4. Pingback

  5. Eines der bisher besten Interviews auf Blogger antworten, wie ich finde. ;-)

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