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Interview mit http://truckonline.de/blog

Ihr wisst ja, dass ich vor allem Blogger interviewen möchte und dies auch tun werde, welche etwas zu berichten haben, dass nicht der Masse entspricht. Mainstream ist gut und schön, aber hier herrschen andere Gesetze. Das folgende Interview ist wieder sehr “leiwand”, wie wir in Österreich sagen.
“Do hauts die vo de Sockn Oita.” hehe
Ich hoffe, dass es euch auch von den Socken haut. Dieses Interview ist echt sehr leserlich. :-)

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1.) Hey Trucker und Inhaber von http://truckonline.de/blog. Erzähle uns doch bitte ein wenig über deine Person. Was macht dich als Mensch aus?
Was mich als Mensch ausmacht? Hmm, keine Ahnung. Ich weiss nur, was für mich interessant ist. Ob das für andere auch interessant ist, kann ich nicht sagen. Ich bin halt wie ich bin, mit meinen Eigenschaften. Ob die für andere interessant oder uninteressant sind, muß jeder für sich entscheiden.

Sich selbst darzustellen ist schwierig, besonders wenn man seine positiven Eigenschaften nennen soll oder will. Also fange ich besser mal mit den negativen an: Ich bin mittlerweile (etwas) zu dick, eigentlich oberfaul, drücke mich gerne vor unangenehmen Arbeiten und kann fluchen, ohne ein Ende zu finden – und das alles andere als Jugendfrei.
Dabei bin ich eigentlich ein eher ruhiger Typ. Ich brauche Zeit, bis ich “warm” werde. Auf andere wirkt das oft arrogant, dabei ist es nur Unsicherheit.

Aber letztlich kommt es nur darauf an, dass ich mich selbst interessant finde. Egal ob mein Leben vielfältig oder einfach ist. Aber mal zu den schnöden Fakten: Mein Name ist Maik, ich wohne in einer mittelgroßen Stadt in Nordthüringen, bin 40 Jahre alt und als Berufskraftfahrer momentan hauptsächlich in Deutschland und Italien unterwegs.
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2.) Du bist also hauptberuflich Trucker? Sicher ein interessanter Beruf. Da erlebt man bestimmt so einiges und ist immer auf Achse. Erzähle uns doch bitte ein wenig darüber. Kann auch mehr sein. :-)
Falsch! Ich bin Kraftfahrer, kein Trucker! Auch wenn sich mein Blog “TruckOnline” nennt. Das klingt halt besser, als z.B. “KraftfahrerOnline”. Ausserdem besitze ich diese Domain schon zig Jahre, also nutze ich diese auch. Aber dazu später mehr.
Den Begriff “Trucker” als Berufsbezeichnung, mag ich nicht. Einfach deshalb, weil er hierzulande mit Eigenschaften wie Lederstiefel, Cowboyhut oder Franzenjacke verknüpft wird. Ganz ehrlich? Ich kenne keinen, der so rumläuft. Also einigen wir uns auf “Lkw – Fahrer”, ok.?

Während andere Jungen Kosmonaut, Pilot oder Lokomotivführer werden wollten, gab es für mich nur einen Wunsch: Lkw fahren. Ich setzte mich als zehnjähriger an das Steuer des väterlichen Trabant’s und stellte mir vor, mit einem 40 – Tonner über endlose Autobahnen zu fahren. Meine Eltern respektierten das und halfen mir sechs Jahre später, eine Lehrstelle als Berufskraftfahrer zu finden – was in der DDR nicht so einfach war. Eine Lehrstelle gab es für jeden, nur eben oftmals nicht die gewünschte.
Das diese Träume mit der Wirklichkeit nicht mithalten konnten, merkte ich relativ schnell. Mein Arbeitsalltag wird nicht nur von Stress, Hektik und Termindruck bestimmt, sondern auch von Lagerkappos, drängelnden Pkw – Fahrern, unbarmherzigen Kontrollorganen und einer Bevölkerung, die zum größten Teil Lkw – feindlich eingestimmt ist.
Das ohne uns Lkw – Fahrer in dieser Gesellschaft aber nichts läuft, wollen viele nicht verstehen. Schlieslich karren wir die Sachen die jeder braucht, nicht zum Spass durchs Land.

Der Slogan “Güter auf die Bahn” klingt toll. Sogar so toll, dass ich regelmäßig mit der RoLa durch Österreich oder der Schweiz fahre. Für mich als Fahrer ist das teilweise unwürdig, besonders durch die Schweiz. Die Waggons sind schmutzig, ich muß auf Liegen schlafen, auf denen noch Essensreste der Vorgänger liegen. Dazu funktionieren die Temperaturregler  nicht, besonders im Winter ist es teilweise “schweinekalt” in den Abteilen.
Auch sonst ist die Bahn nicht annähernd in der Lage, einen Großteil der Güter von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Ganz einfach, weil sie zu unflexibel ist. Aber das weiter auszuführen, würde hier zu weit führen.

Aber es gibt natürlich auch genügend schöne Momente. Letzten Sommer z.B. hatte ich eine Abladestelle in einem Zielort der “Tour de France”. Das lässt man sich natürlich nicht entgehen. Anschliesend parkte an einem Bergsee mitten in den französischen Alpen, wunderschön gelegen. Oder letzten Dezember war ich auf Sardinien. Ich buchte einen Mietwagen und erkundete übers Wochenende die Insel. Das gleiche hatte ich bereits auf Sizilien. Oder letzten Sommer in Spanien, traumhafte Landschaften.
Letzte Woche war ich in Süditalien. Es waren angenehme 18 Grad, die Bäume blüten bereits – während in Deutschland noch tiefster Winter ist. Das sind Sachen, die vieles andere vergessen machen.
Jep, hört sich gut an. :-)
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3.) Wie bist du auf die Idee gekommen, solch einen Blog zu erstellen und wie lange gibt es diesen Blog nun schon?
Im Internet aktiv bin ich seit mehr als 12 oder 13 Jahren. Der erste Computer kam ins Haus, ein gebrauchter und auch schon mehrere Jahre alt. Dann erstellte ich ein Webportal, zum Thema “Transport und Logistik”. Ich glaube, es war das erste zu diesem Thema überhaupt im deutschsprachigen Raum. Ich arbeitete damals noch mit Frames, heute eigentlich undenkbar.

Die Idee dazu war eigentlich eher Zufall: Ich sammelte schon lange Informationen rund ums Transportwesen. Irgendwann stieß ich aber an meine Kapazitäten. Deshalb suchte ich nach einem Gratisanbieter, um einen Teil dieser Infos im Netz zu speichern. Daraus entstand diese damalige Homepage. Doch auch damit war schnell eine Grenze erreicht.
Deshalb startete ich 1999 mein erstes “richtiges” Webportal, schon unter der Domain “truckonline.de”. Die Besucherzahlen waren in der ersten Zeit jenseits von gut und böse. Wenn sich 50 Leute pro Tag auf diese meine Präsenz verirrten, war ich mehr als zufrieden.
Im Laufe der Zeit stiegen natürlich die Besucherzahlen. Anfang 2008 waren es im Schnitt täglich um die viertausend Besucher, die Seitenaufrufe bewegten sich im fünfstelligen Bereich. Für ein Portal, welches hauptsächlichlich News und Infos für die Transportbranche lieferte, eine tolle Zahl – und das finde ich noch heute.

Seit 2006 oder 2007 jedoch, interessierte ich mich immer mehr für Blogs. Ich fand (und finde es noch immer) diese digitalen Tagebücher irgendwie faszinierend. Es dauerte aber bis zum Februar 2008, ehe ich mich aufraffte, selber eines, hmm, wie soll ich sagen, zu schreiben halt.
Für den Anfang reichte mir eines, welches direkt bei “WordPress” gehostet war – das ist übrigens noch immer dort zu finden. Doch bereits ein halbes Jahr später, brachte ich es auf meinem eigenen “Webspace” zum laufen. Die Vorteile (z.B. eigenen Code einfügen, vernünftige Backups erstellen u.s.w.) überwiegten halt.
Das war jedoch das Ende des eigentlichen Portals. Beides konnte und wollte ich nicht weiterführen, die Gründe dazu waren vielfältig. Ich tat dann das, was ich so heute nicht mehr machen würde: Es einfach löschen. Ein Teil der vielen eMails, die mich in den Tagen danach erreichten, habe ich noch heute.
Füfnstellige Seitenaufrufe pro Tag? Klingeling? :-)
Hättest es vielleicht um zig tausende Euros verkaufen können, das Portal? :-)
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4.) Du nutzt Google Adsense. Zahlt sich das aus? Wie viele Euro casht du da pro Monat im Schnitt ab? Nutzt du sonst noch andere Werbemöglichkeiten?
Richtig, als Werbeform nutze ich Google Adsense, sowohl im Blog, als auch im Feed. Ich empfinde diese Form der Werbung als nicht störend.
Wieviel ich damit im Monat einnehme?  An die Zahlen, die ich noch vor ca. fünf Jahren hatte, komme ich heute nicht mehr heran. Das liegt einerseits an den Besucherzahlen – mit dem Blog habe ich weniger Besucher – als auch an Google selber. Das große Geld läßt sich damit nicht machen, dass will ich auch garnicht.
Mir geht es nicht darum, mit diesem Blog Geld zu verdienen. Mir macht dieser Blog Spass, sonst nichts.
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5.) Wie steht es denn um deine unique visits pro Tag und um deine Seitenaufrufe. Auch würde mich interessieren, wie viel Traffic dein Blog denn so verschlingt?
Wie ich bereits erwähnt habe, halten die Besucherzahlen des Blogs mit denen des alten Portals nicht mit. Ein Grund ist sicherlich, dass es ein sogenanntes Nischenblog ist und viele Besucher von damals damit nichts anfangen können. Diese suchen halt News und Infos und keine Geschichten und Erlebnisse irgendeines Bloggers.
Das stört mich aber nicht weiter…
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6.) Deine Galerie ist echt toll.
http://picasaweb.google.de/TruckOnline.de/Impressionen
Alle Fotos selbst geknipst? Du kommst anscheinend echt weit herum? :-)
Erstmal danke für das Lob. Natürlich sind alle Bilder von mir. Was mich aber stört, dass ich diese nicht einheitlich präsentiere. Es wirkt halt wie “Kraut und Rüben” oder noch schlimmer: Wie gewollt und nicht gekonnt.
Aber da bin ich wieder bei meiner Faulheit angelangt. Ich kann mich noch immer nicht überwinden, eine einheitliche Galerie zu installieren. Zumahl auf diversen Festplatten noch tausende Bilder “schlummern”. Aber vielleicht kommt ja mal der Zeitpunkt, an dem ich mich überwinde :-)
Dürfen Blogger deine Bilder nutzen? Falls ja, auch für kommerzielle Zwecke? Bitte via Comment beantworten. :-)
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7.) Halten manchmal Leute den Daumen hoch, wenn sie dich sehen? Nach dem Motto: “Nimm mich doch bitte mit.”
Und nimmst du die dann auch alle mit? hehe
Wenn ich mir deine Fotos so ansehe, würde ich versuchen, die auf Shutterstock online zu stellen. Da bekommt man anscheinend sogar Cash dafür, im Falle, dass die Fotos eben genommen werden. :-)
Na ja, die Bilder irgendwo anzubieten, ich weiss nicht. Dazu sind die nicht gut genug. Aber zum Thema Anhalter: Im Normalfall nehme ich keine mit. Es sei denn, eine hübsche Frau steht hilfesuchend am Strassenrand….
Aber lassen wir das – sonst bediene ich wieder das Klischee vom “immer geilen” Lkw – Fahrer :-)
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8.) Kennst du http://bloggerstadt.de? Echt ein tolles Forum für uns Blogger. Kann ich nur jedem empfehlen. :-)
Was betreibst du so, damit dein Blog bekannter wird?
Bloggerstadt.de kenne ich nicht. Das Forum werde ich mir aber gerne mal anschauen. Danke für den Tipp.

Ein Weg, seinen Blog bekannter zu machen, ist einem anderen Blogger ein Interview zu geben :-).
Ok., Spass beiseite: Auch ernstgemeinte Kommentare in anderen Blogs sind ein guter Weg, besonders am Anfang – dazu kommen Besuche von Bloggertreffen oder Bloglesungen. So kommt man mit anderen Bloggern in persönlichen Kontakt.
Weiterhin wichtig ist die eigene Schreibe. Kein Blog bekommt dauerhaft viele Besucher, wenn es vor Rechtschreibefehlern nur so strotzt. Klar, Fehler passieren immer und manchmal fallen diese selbst nach mehrmaligen Durchlesen nicht auf. Aber es sollte halt doch im Rahmen bleiben.
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9.) Linkgeiz ist ja so ein Thema, welches immer wieder heiß debattiert wird, in der Blogosphäre. Kann ich mit einem Backlink, wegen diesem Interview, rechnen?
Dieser sogenannte Linkgeiz ist mir fremd. Ich verweise immer wieder in Beiträgen auf andere Blogs und auch meine Blogroll ist nicht gerade klein. Ansonsten halte ich es wie der Bestatter: Ich kümmere mich nicht um die Grabenkämpfe und Hinterhaltsattacken anderer.
Ein Backlink ist Dir somit sicher ;-)
Juhu, ich habs geschafft. hehe :-)
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10.) Wie gefällt dir eigentlich http://blogger-antworten.com? Was könnte ich verbessern?
Dein Blog gefällt mir wirklich gut. “Hausiere” aber nicht so mit den Besucherzahlen Deines Blogs. Freue Dich im stillen und erwähne es – wenn überhaupt – nur mal am Rand.
Was ich gut finde ist, dass Du nicht nur SEO- oder Techblogger befragst. Es gibt schlieslich noch viel mehr tolle Weblogger, die es zu entdecken gilt.
Ich möchte meinen Besuchern eben “tiefe” Einblicke in http://blogger-antworten.com gewähren, aber ich habe mir so und so vorgenommen, großteils nurmehr Interviews online zu stellen. :-)
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11.) Danke für das Interview und “gute Fahrt” oder wie sagt man da? :-)
Ich danke Dir. Es hat wirklich Spass gemacht. Mir immer eine “gute Fahrt” und Dir viele tausende Besucher ;-)

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Über den Autor

Blogger, Webdesigner, SEO und dem Bereich Online Marketing an sich sehr angetan. Wir leben in einer Zeit, in welcher wir Zeugen werden, welche immensen Ausmaße das Internet annimmt und der Hype ist noch lange nicht vorbei. :-)

Kommentare 4

  1. Robert Stögmann says:

    leider nicht themenrelevant für mich, aber vlt. für andere Blogger. :-)

  2. maik says:

    Nimm was Du willst :-)

  3. Robert Stögmann says:

    und für nen Backlink auch nicht? :-)

    eh ok, kann dich verstehen.

  4. maik says:

    Dürfen Blogger deine Bilder nutzen? Falls ja, auch für kommerzielle Zwecke?

    Nun ja, dass möchte ich eigentlich nicht. Geklaut werden eh einige, allein schon deshalb, weil ich auf Wasserzeichen o.ä. verzichte. Aber dagegen kann man nichts machen.

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