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Kein Trinkwasser vorhanden, 27,50 km Einzelzeitfahren, Grünau im Almtal, ich komme :)

Is this real? Der Typ links im Bild mit der Startnummer 119 wirkt bei näherer Betrachtung eigentlich so, als würde er gerade gemütlich mit seinem Mountainbike herum kutschieren. Falsch gedacht! Obwohl, ein Fünkchen Wahrheit steckt da schon dahinter, denn…
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…ich saß wie auf einem Sofa. Dank Sitzüberzug, Radfahrunterhose und Radfahrhose hätte ich es durchaus noch eine Stunde länger am Drahtesel ausgehalten oder auch nicht. Erhelle die Finsternis, dachte ich mir dann, ab km 20.
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Meine Vorbereitung
Eigentlich gibt es bei diesem Punkt nicht viel zu berichten. Im Jahr 2015 radelte ich wahrlich nicht viel. 4 Radtouren konnte ich zu Buche tragen und der Heimtrainer diente größtenteils als Wäscheständer. Es war einfach eine “just for fun” Aktion. Dennoch mit dem Ziel, das letzte Quäntchen Energie aus meinem Körper zu pumpen und dieses Vorhaben konnte ich allemal in die Tat umsetzen. Ziel erreicht!
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Es geht an`s eingemachte
Letztes Wochenende war es dann soweit. Ich nahm an meiner ersten Einzelzeitfahrt teil. Der Austragungsort befand sich in der Grünau, nämlich im wunderschönen Almtal. Veranstalter war der Radclub Grünau.
Die Strecke belief sich auf 27,50 km, wobei es 120 Höhenmeter zu überwinden galt.
Nach der Anmeldung erhielten wir einen Sack voll mit Leckerlis. Darin befanden sich Magnesium Tabletten samt diverser Power Riegel. Diese hatte ich auch bitter nötig. :-)

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Wie funktioniert das ganze?
Bei solchen Einzelzeitfahrten startet jede Minute ein weiterer Teilnehmer. Mitmachen konnte eigentlich ein Jedermann. Ja, sogar Frauen waren mit von der Partie. ;-)
222 Teilnehmer waren am Start und ich glaube zu wissen, dass ich der einzige war, welcher sich nicht wirklich auf diese Veranstaltung vorbereitete.
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Unter immens teuren Zeitfahrrädern, konnte man auch diverse Tandems, sprich Waffenräder begutachten und nur so vor sich dahin staunen was es denn da alles gibt. Vollkörper Kondome mit integrierten Visieren im Helm befanden sich ebenso am Geschehen. Hierbei handelt es sich wohl um Profi Fahrer, dachte ich mir, denn solch ein Outfit alleine kostet schon Unsummen. Nur solch ein ultra aerodynamischen Helm dürfte wohl schon teurer sein, als mein neuwertiges Scott Mountainbike. :-)
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Ich war guter Dinge und habe mich überhaupt nicht auf das Rennen vorbereitet. Eigentlich dachte ich, ich lass es locker angehen. Sollen die anderen doch, sich überwinden, bis zur Dehydration. Ich seh mir inzwischen die Landschaft an.
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Jedenfalls war es dann soweit. Ich stand auf dem Treppchen. Natürlich meine ich hier nicht das Siegerpodest, sondern den Start an sich. Die Zeit wurde runtergezählt und dann ging es los. Mit Saus und Braus, geschätzt 25 km/h, trat ich in die Pedale.
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Das lustige hierbei war, dass ich “gute Chancen” auf das Siegertreppchen gehabt hätte, wenn ich mich nur ein wenig vorbereitet hätte, denn wie man wohl voraus ahnen konnte, nahmen nur die allerwenigsten mit einem Mountainbike teil.
Mit dicken fetten Mountainbike Reifen fuhren dann noch einmal bei weitem weniger, aber okay, es kam wie es kommen sollte…
Wenn ich ehrlich bin, wäre ich mir jedoch sehr doof vorgekommen, wenn ich da auf dem Treppchen gestanden wäre, denn irgendwie hätte ich mir das überhaupt nicht verdient. :-)
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Die Fahrt an sich
Bei meinem Scott Mountainbike handelt es sich um ein übliches Fahrrad. Es wiegt samt allem drum herum, geschätzt, rund 15 Kg. Man sollte hierbei wissen, dass diverse Zeitfahrräder nur 5 Kg. wiegen. Ich kam mir vor, als würde ich einen 10 Kg. Rucksack umher kutschieren, bildlich betrachtet.
Mein Mountainbike hat zwei fette dicke Reifen, mit einem Profil mit extra Grip.
Solche Zeitfahrräder, sprich Rennräder hingegen, haben Slicks. Diese sind in der Regel total glatt und bei weitem dünner. So betrachtet wog mein Rucksack wohl schon 15 Kg.
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Da mein Bike noch relativ neu war, kam ich noch nicht wirklich dazu, mir einen Fahrrad Computer zuzulegen. Wäre ja nützlich zu erfahren, wie viele Kilometer man schon abgeradelt ist oder wie es um die km/h Anzeige steht um irgend einen Anhaltspunkt zu erhaschen. Ich fuhr total blind, obwohl meine Augen weit geöffnet waren. Der Mund in der Regel auch, denn nach 20 km…..
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Die ersten Kilometer fuhr ich relativ zügig dahin. Überholt wurde ich auch nicht. Dies hat mich ein wenig gewundert, da ich im Vorfeld via Facebook recherchierte, wer denn vor mir, geschweige denn hinter mir am Start stand. Der Typ hinter mir sah wie eine Sportkanone aus. Naja, der vor mir auch. Jedenfalls glaube ich mich im Delirium doch daran zu erinnern, dass mich bis zur 10 km Marke keiner überholte. Dank dieser ersten Bodenmarkierung wusste ich, dass ich schon fast die Hälfte abgeradelt bin. Ich kann berichten, dass ich mit meinen Kräften schon fast am Ende war, denn die ersten 14 km ging es immer ein wenig steil bergauf. Die restlichen 14 km radelte ich die selbe Straße wieder rauf, bishin zum Ziel.
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Jo, da saß ich nun und trat, was die Pedale hergaben. Mit meinem Hammer Outfit, war ich wirklich fit im Schritt. Ich genoss die idyllishe Landschaft, doch irgendwann war Schluss mit lustig. Es kam wie es kommen mußte. Ich wurde überholt. Das dürfte bei km 11-12 passiert sein. Als schlauer Fuchs versuchst dann natürlich dich klein zu machen, sprich nach vorne zu beugen und im Windschatten nachzufahren. Dank Google Recherche erfuhr ich, dass man sich hiermit rund 25% seiner Energie spart. Leider war der Typ schneller wieder weg, als er an mir vorbei brauste und eine Minute Abzug gab es obendrein. Da hat mich wohl einer dabei ertappt, als ich gegen die Regeln verstoßen habe. Dies konnte ich zumindest anahnd des Sternchen in der Gesamtwertung eruieren. Tja, immerhin saß ich noch aufrecht. :-)
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Zwischenzeitlich fragte ich mich eigentlich, warum ich mich so abschindete. Hätte ich doch vorher nur ein wenig trainiert dachte ich mir. Mmmm, ein Schweinsbraten würde mir nun schmecken, schoss mir unterbewusst durch meine Synapsen im Kleinhirn. Ich konnte definitiv die Definition des Wortes Glückseeligkeit erfahren, als ich die ersten 14 km hinter mich bringen konnte. Die Leute applaudierten mir zu und fotografierten mich. Natürlich setzt man kurz mal ein Lächeln auf obwohl ich mir schon groggy wie Rocky vorkam und eigentlich gar nicht wusste, wo ich denn gerade bin. Na, so schlimm war es dann auch nicht.
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Als ich dann endlich die 20 km Marke erreichte, wurde mir schön langsam schwarz vor Augen. Meine Geschmacksknospen teilten mir mit, dass ich unterzuckert war, sprich Hypoglykämie war die Folge. Das lag daran, dass ich eine Trinkwasserflasche nicht mein Eigen nennen konnte. Jap, neues Rad, noch keine Halterung für solch eine Flasche, was für eine Flasche… :-)
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Mein Kumpel, mit welchem ich bei dieser Veranstaltung mitgefahren bin, sauste ebenso an mir vorbei. Seine Durschnittsgeschwindigkeit von 34,7 km/h war einfach zu flink für mich. Mit meinen 23,3 km/h im Schnitt kam mir sein Überholvorgang so vor, als würde ein Düsenjet einen Wurm überholen und genau so fühlte sich mein Körper auch an. Muskeln, von denen ich noch nicht einmal wusste, dass ich sie habe, traten zum Vorschein und ja, trotz aller Vorbereitung, mein Arsch tat dennoch weh. Dennoch schaffte ich es irgendwie die 27,50 km zu überwinden und fuhr mit erhobenem Haupt durch die Ziellinie. 01:08:50 betrug meine Endzeit.
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Ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich nach ca. 23-24 km an einem Bach vorbei fuhr. Da mir schon so immens durstete, war ich kurzer Hand am überlegen, eine minimale Rast einzulegen, um einen Schluck zu mir zu nehmen, doch fehlte mir die notwendige Energie für diesen Vorgang, deshalb fuhr ich einfach weiter.
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Last but not least erfreute ich mich nach diesen Strapazen an einem kühlen Getränk und wenn ich ehrlich bin, war ich sogar ein klein wenig stolz auf mich, dass ich nicht aufgegeben habe.
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Mein Fazit
Nächstes Jahr bin ich wieder fix mit von der Partie. Jedoch werde ich mich hierfür dementsprechend vorbereiten und mit einem Rennrad antreten. Die Veranstaltung an sich war 1A und wurde ideal organisiert. Gerne wieder. :-)
Wenn ich ehrlich bin, hat mich das Fieber ein wenig gepackt. Dieser Sport, welcher für mich bis dato noch eher als Fremdwort galt, hat es mir doch ein wenig angetan. Ein Carbon Zeitfahrrad werde ich mir wohl nicht gleich zulegen, doch ein Rennrad für Einsteiger auf alle Fälle.
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Summa Summarum²
Wir hatten jedenfalls eine Menge Spass an der gesamten Veranstaltung.
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Über den Autor

Blogger, Webdesigner, SEO und dem Bereich Online Marketing an sich sehr angetan. Wir leben in einer Zeit, in welcher wir Zeugen werden, welche immensen Ausmaße das Internet annimmt und der Hype ist noch lange nicht vorbei. :-)

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