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Im Interview mit Peter Atkins

Immer häufiger gewinnt man aus den Medien und dem Netz den Eindruck, dass hauptberufliche Fotografen eine aussterbende Spezies seien. Hier trügt der Schein jedoch enorm! Man muss nur die Zeichen der Zeit erkennen, um auf dem schwierigen Markt erfolgreich zu sein. Langschläfer, bildlich gesprochen, haben in dieser Nische keinen Höhenflug zu erwarten. Peter Atkins hingegen übt seinen Beruf bis zur Perfektion aus und deshalb ließ ich es mir nicht nehmen, ihn mit meinen Fragen zu löchern.
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Augen wie ein Adler, Fotolia als Spielwiese;
Ein Durchstarter des 21. Jahrhunderts.
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1.) Hallo Peter.
Bis zum 30. Lebensjahr rief man dich Versicherungsvertreter.
Ich nehme mal an, dass dich dieser Job nicht wirklich erfüllte, so wie du es gerne gehabt hättest?
Ich war 3,5 Jahre Vermittler und es war damals eine schöne Zeit. Lebensversicherungen ließen sich recht einfach verkaufen.
Mit 20 Jahren konnte ich mir einen Porsche Turbo mit relativ wenig Aufwand leisten, dann hatte ich die Idee Karriere zu machen.
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Bezirksleiter, Orgaleiter etc., mit 30 jüngster Bezirksdirektor und als Landesdirektor bin ich ausgestiegen.
Es stimmt: Die Erfüllung war nicht groß.
Da die Vertriebszahlen jedes Jahr bei Null starten, baut man sich nichts auf –  doch gut, dass es da noch mein Hobby gab.
Da wurde die Fotografie digital und ich dachte mir, wenn nicht jetzt, wann dann.
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Heute noch profitiere ich von dem strukturierten Arbeiten und den Vertriebstechniken, die ich gelernt habe.
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2.) Welche Charaktereigenschaften benötigt man, um aus dem 0815-Berufsalltag zu entfliehen, um so zu leben, wie man möchte und dennoch gut situiert zu sein?
Das allerwichtigste ist denke ich der Fleiß.
Wenn jemand voller Tatendrang ist, gerne und viel arbeitet ist das schon der halbe Erfolg.

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Man sollte ein wenig Talent haben und seine Arbeiten kritisch betrachten um sich stetig zu verbessern.
Wer von sich denkt und behauptet der Tollste zu sein, hat sicher schon verloren.
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3.) Du lebst deinen Traum, bist als Millionär anzusehen, in Schilling umgerechnet und machst wonach dir das Herz schlägt.
Keiner diktiert dir irgendetwas auf.
Das ist der große Vorteil, wenn man sein eigenes Unternehmen hat.
Der Nachteil besteht aus Verantwortung und Haftung, 
jedoch bereue ich nichts und bin auch froh über die Bildlizenzen ein regelmäßiges Einkommen zu haben, auch wenn ich gerade in Las Vegas am Pokertisch sitze. :D
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4.) Als du 2006 als semi-professioneller Fotograf durchgestartet bist, gab`s wohl noch keine ultrateuren Spiegelreflexkameras, sprich deine Ausrüstung war eher das Nötigste?
Dennoch hast du es vollbracht, dass deine Bilder bei Fotolia, Shutterstock und Co. angenommen wurden. Man muß wissen, dass diese Stock-Agenturen keineswegs jedes Bild aufnehmen. Die beachten hierbei alles mögliche. Bildschärfe und was weiß der Teufel noch.

Man benötigt somit kein teures Equipment um am Markt erfolgreich zu sein, wenn man das nötige Know-How mitbringt?
Leider nein!
Die erste professionelle Digitalkamera von Nikon hat ca. über 5000 Euro gekostet.
Nikon D2X von 2006.
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Ähnlich wie beim ersten Mobiltelefon Philips Porti, dieses große und riesig teure Ding.
Eine Spiegelreflexkamera mit Vollformatsensor sollte es schon sein.
Kostet heute neu ca. 2000 € und gebraucht ca. 600 €.
Andere Kameras der heutigen Zeit, welche Sinn ergeben:
Canon 5D, Nikon D700 oder D800
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Neben Schärfe und Bild-Idee benötigt man bei Bildagenturen auch eine gewisse Pixelanzahl um erfolgreich zu verkaufen und zu verdienen.
Seit 2012 hab ich mich entschieden auf Fotolia ausschließlich meine Bilder anzubieten.
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5.) Mittlerweile stehen rund 70.000 Bilder auf Fotolia.
Alle entstammen deinem Zeigefinger?
Manche Bestseller wie dieser, wurden bereits rund 500-600 mal heruntergeladen, sprich nur mit diesem Bild hast du bereits locker um die 500 Euro in der Tasche. Wahrscheinlich bei weitem mehr?
Früher hatte man einen hohen Durchschnittspreis in punkto Verkauf pro Bild. 100**-1 € in welchen man 8 Euro je Verkauf im Schnitt erwirtschaftete.
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Heute sind es definitiv weniger.
Die Preisrange ist auch runter auf 36-0,33* €.
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* Abo
** 100 € für eine erweiterte Lizenz sind im Vergleich zu vor 2 Jahren äußerst rar geworden.
Mit diesem Bild hab ich sicher mehr verdient als mit mehreren Tagesproduktionen.
Sowas sind die schönen Geschichten im Bilder-Lizenzgeschäft.
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6.) Ich besitze eine Nikon Coolpix P100. Qualitativ hochwertige Bilder zu knipsen, dürfte auch mit solch einer Kamera möglich sein oder benötigt man tatsächlich eine 8000 Euro Kamera, wie du sie benutzt?
Ein Vollformat-Chip sollt es schon sein, denke ich.
Preise siehe oben (2000 € neu u. 600 € gebraucht) plus 300 € für ein vernünftiges Objektiv,  z.B: Canon 50mm 1.2 USM.
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Ich benutze im Studio eine Canon 1ds.
Diese kostet ca. 8000 €.
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Unterwegs meist eine Canon 5D, welche rund 2.500 € kostet.
Schlankes System, handliche Kamera.
Objektiv mit 50mm Festbrennweite und wenn es richtig schön werden soll, z.b. Fashion,  dann nutze ich eine 85 mm USM LII von Canon.
Für schöne Projekte wie die Ausstellung mit Funda Vanroy für Fotolia.
Hier gehts zum Video.
Übrigens kann ich nur Festbrennweiten empfehlen und keine Zooms.
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Außerdem bekomme ich auch von Hasselblad immer ein aktuelles Modell zur Verfügung gestellt.
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7.) Du fotografierst großteils hübsche Frauen in unterschiedlichsten Posen? Hierbei handelt es sich jedoch nicht um professionelle Models, sondern um das Mädchen von nebenan, könnte man wohl sagen?
Habe ich alles richtig aufgeschnappt? :-)
Die Ausstrahlung bei den Models ist sehr wichtig.
Bei Commercials (Werbung) ist es nicht wichtig, dass das Model 178 cm groß ist.
Da bietet es sich schon an mit einem begeisterten Amateurmodel zu arbeiten, anstatt mit einem Topmodel aus der Fashion-Szene.
Sehr gut sind auch Schauspieler und Tänzer geeignet. (Menschen die sich gerne präsentieren und vor der Kamera nicht verkrampft agieren)
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8.) Wie sollte wohl jemand handeln, der kaum Budget für eine professionelle Kameraausrüstung zur Verfügung hat und auch sonst keine Möglichkeiten hat, aus Geld Geld zu machen?
Bilder von der Natur oder der Tierwelt eventuell?
Würde ich heutzutage nochmals neu anfangen, würde ich mir am Wochenende eine Canon 5D beim Händler, für rund 50 Euro, ausleihen.
Diese kostet von Freitag Nachmittag bis Montag früh soviel wie ein Arbeitstag.
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Dann würde ich die 3 Tage durchproduzieren (vormittags still lives, nachmittags mit Amateurmodels) denn so hab ich die nächsten Wochen 
genügend Bildmaterial zum Bearbeiten und Verschlagworten. Die Shootings sollten so gut wie möglich geplant werden, damit einem nicht die Ideen ausgehen.
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Dinge abstrakt zu thematisieren wie das rote Sparschwein sind immer Bestseller und lassen sich mit wenig Budget realisieren.
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9.) Danke dir für dieses ausführliche Interview und “drück drauf” weiterhin, oder wie man bei euch sagt. :-)
Ich danke für das Interesse an meiner Person. :D
Bis bald!
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Hier gehts zur Fotolia-Portfolio von Peter Atkins.
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Über den Autor

Blogger, Webdesigner, SEO und dem Bereich Online Marketing an sich sehr angetan. Wir leben in einer Zeit, in welcher wir Zeugen werden, welche immensen Ausmaße das Internet annimmt und der Hype ist noch lange nicht vorbei. :-)

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